Rechte erfinden Klimawandel-Vorwurf gegen Linke
Weltweite Schattenkabinette verlieren den Überblick
Die internationale Rechte hat den Klimawandel erfunden, um der internationalen Linken vorwerfen zu können, sie habe den Klimawandel erfunden. Zumindest werden innerhalb rechter Lager Stimmen lauter, die behaupten, Linke würden genau das behaupten. Beobachter wiederum weisen darauf hin, dass es sich bei diesen Behauptungen lediglich um Behauptungen handle und bislang keine der Behauptungen stichhaltig behauptet worden sei.
Politikwissenschaftler sprechen bereits vom sogenannten „präventiven Gegenverdacht“: Wer zuerst die Verschwörung erfindet, kann später behaupten, die Gegenseite habe sie erfunden. Ein Prinzip, das in Fachkreisen auch als „Matrjoschka-Empörung“ bekannt ist. Öffnet man eine Behauptung, befindet sich darin eine weitere Behauptung.
Ähnliche Vorgehensweisen konnten bereits im deutschen Mikrokosmos der politischen Wählertäuschung beobachtet werden. Beispielsweise soll sich im vergangenen Jahr ein Mitglied der Antifa unauffällig in die AfD Mittelfranken eingeschleust haben, um dann sein eigenes Auto anzuzünden und anschließend die Antifa zu beschuldigen. Natürlich war der offensichtliche doppelte Boden von Beginn an einkalkuliert: Ziel sei gewesen, Medien und Öffentlichkeit dazu zu bringen, hinter dem Vorfall wiederum die AfD zu vermuten. Ein Schachzug von beinahe barocker Komplexität.
„Das ist moderne politische Kommunikation“, erklärt ein Experte für verschwörungstheoretische Eskalationsdynamiken. „Früher hat man einfach gelogen. Heute lügt man darüber, wer gelogen hat, dass gelogen wurde.“
Doch zurück zum Klimawandel. Entgegen der These, dass durch eine zu hohe Konzentration an Treibhausgasen zu viel Wärmestrahlung in der Erdatmosphäre gehalten wird, ist sich die internationale Rechte sicher, dass weltweit linksgrüne Schattenkabinette die Messwerte der Meteorologen bewusst verfälschen und durch gepanschte Impfstoffe das Temperaturempfinden der Bevölkerung manipulieren. So könne die linke Verschwörung ungehindert ihre Erwärmungsphantasien verbreiten. Aus den mutmaßlich manipulierten Temperaturdaten leite die linke Weltverschwörung schließlich ihre zentrale Forderung ab: weniger Kohlekraftwerke, weniger Verbrennungsmotoren und mehr Windräder. Für viele Rechte ein eindeutiger Beweis. Denn wie könne etwas falsch sein, wenn am Ende Windräder dabei herauskommen?
Daher kursiert in einschlägigen Kreisen inzwischen die Gegenthese, dass nicht CO₂ die Erde erwärme, sondern vielmehr moralische Überheblichkeit. Je mehr Menschen Bio kaufen, Lastenräder fahren oder Hafermilch bestellen, desto heißer werde der Planet aus Trotz. Forscher beobachten die Entwicklung mit Sorge. Nicht wegen des Klimawandels, sondern weil Verschwörungstheorien inzwischen eine Komplexität erreicht hätten, die früher nur Steuererklärungen, staatliche Infrastrukturprojekte oder die letzte Nebenkostenabrechnung besaßen.
Foto von Sandy Millar auf Unsplash