Kampf um Platz als Leitfossil

Zwei Urzeitwesen ringen um die Vorherrschaft in der fossilen Dinosaurierpartei (FDP)

Bei der fossilen Dinosaurier-Partei, kurz FDP, bewarben sich zuletzt zwei ausdauernde prähistorische humanoide Organismen um den Vorsitz.

Jenes Exemplar, welches sich bereits vor langer Zeit die Alpha-Rolle innerhalb dieser mittlerweile stark dezimierten Spezies zu sichern begann, muss nach Einschätzung führender Wissenschaftler schon seit vielen Jahrtausenden existieren. Zahlreichen Paläontologen verschlägt es regelmäßig die Sprache, wenn sie die Kreatur beim Revierkampf mit Artgenossen oder bei der Nahrungsaufnahme stark vergorener Trauben beobachten. Die darauffolgenden Rauschzustände kennzeichnen sich nicht selten durch vermindertes soziales Feingefühl, eine erhöhte Lautstärke sowie Einschränkungen der Feinmotorik. Beobachter berichten zudem von einem angeschwollenen Kiefer und auffällig geröteten Augen.

Beim zweiten Exemplar, das ebenfalls nach der Führungsrolle strebte, handelte es sich um ein Weibchen. Auch dieses Geschöpf gehört einer sehr alten Evolutionslinie an und hat bereits etliche politische Eiszeiten überstanden. Im Gegensatz zum männlichen Konkurrenten sind bei ihm deutlich weniger alkoholbedingte Verhaltensauffälligkeiten dokumentiert. Dafür konnte mehrfach beobachtet werden, wie das Weibchen erlegte Beute entschlossen für sich beanspruchte und dabei wenig Interesse an einer gleichmäßigen Verteilung innerhalb der Horde zeigte. Besonders bemerkenswert ist ihr ausgeprägtes Territorialverhalten sowie die Fähigkeit, ihre Warnrufe über große Entfernungen hörbar zu machen.

Inzwischen hat die Horde ihre Entscheidung getroffen. Das männliche Exemplar konnte sich im innerartlichen Machtkampf durchsetzen und erneut die Alpha-Rolle für sich beanspruchen. Damit bleibt die Führung dieser vom Aussterben bedrohten Spezies vorerst in den Klauen eines Tieres, das bereits zahlreiche Erdzeitalter, mehrere Parteikrisen und vermutlich auch den Einschlag des Chicxulub-Meteoriten persönlich miterlebt hat. Das Weibchen muss sich derweil mit einer untergeordneten Stellung im Rudel begnügen.

Paläontologen werten das Ergebnis als bemerkenswert: Offenbar genießen selbst bei stark geschrumpften Populationen uralte Gewohnheiten eine höhere Überlebenswahrscheinlichkeit als evolutionäre Anpassungen. Ob dies dem langfristigen Fortbestand der Spezies dient oder lediglich ihren endgültigen Weg ins Fossilienkabinett verzögert, bleibt Gegenstand weiterer Forschung.

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