Deutschlands letzter Schutzwall gegen Produktivität

Warum Unternehmen auch weiterhin einen sicheren Abstand zu schwerbehinderten Arbeitnehmern wahren sollten

Jungunternehmer, Selfmade-Genies und Erben industrieller Produktionsstätten haben es heutzutage schwer wie nie, ausreichend Sicherheitsabstand zwischen sich, ihre Belegschaft und Menschen mit schweren Behinderungen zu bringen. Für Betriebe mit über 20 Mitarbeitern steigt die sogenannte Ausgleichsabgabe immer weiter an – man könnte sagen: ins Unermessliche.

Die Ausgleichsabgabe verpflichtet private und öffentliche Betriebe dazu, wenigstens anteilig 5 % schwerbehinderte Arbeitnehmer zu beschäftigen. Ein radikaler Eingriff in die unternehmerische Freiheit, denn offensichtlich gibt es gute Gründe dafür, dass weiterhin über 60 % der Unternehmen elegant an dieser Quote vorbeisegeln oder sie mit bewundernswerter Konsequenz ignorieren.


Die wichtigsten Argumente im Überblick:

  1. Akute Ansteckungsgefahr

    Die meisten Schwerbehinderten sind bekanntlich hochgradig infektiös. Kein gesunder Arbeitnehmer möchte morgens zur Teamsitzung erscheinen und abends plötzlich mit Rheuma, Diabetes oder einer Herz-Kreislauf-Erkrankung nach Hause gehen. Die Wissenschaft schweigt dazu zwar beharrlich, aber Vorsicht ist besser als Integration.

  2. Gefährliche Loyalität

    Schwerbehinderte Arbeitnehmer bleiben ihren Betrieben oft jahrzehntelang treu. Für moderne Unternehmen ist das brandgefährlich. Wie soll ein HR-Manager denn seriös arbeiten, wenn Mitarbeiter plötzlich langfristig bleiben, Erfahrung sammeln, Prozesse verstehen und nicht alle sechs Monate ersetzt werden müssen?

  3. Verdacht auf soziale Bedürftigkeit

    Wer Fördermittel für die Beschäftigung schwerbehinderter Menschen annimmt, könnte am Ende noch den Eindruck erwecken, auf staatliche Unterstützung angewiesen zu sein. Ganz anders als bei KfW-Krediten, Energiehilfen, Kurzarbeitergeld oder Investitionsprämien – die sind selbstverständlich Ausdruck unternehmerischer Stärke und wirtschaftlicher Souveränität.

  4. Drohende Produktivität

    Die Integration schwerbehinderter Menschen könnte den Fachkräftemangel abschwächen. Im schlimmsten Fall würden Projekte schneller abgeschlossen, Teams stabiler arbeiten und Kunden zufriedener sein. Eine Entwicklung, die den deutschen Standort völlig aus dem Gleichgewicht bringen könnte.

  5. Imagegefahr durch positives öffentliches Ansehen

    Besonders heikel ist die mögliche Anerkennung sozialen Engagements. Unternehmer, die bislang erfolgreich unter dem Radar wirtschaften, müssten plötzlich damit leben, als verantwortungsvoll wahrgenommen zu werden. Manche Mittelständler könnten sich davon nie wieder erholen.

Um keine allzu großen positiven sozialen und wirtschaftlichen Effekte zu provozieren, sollte Deutschland daher weiterhin entschlossen auf möglichst geringe Beschäftigungsquoten setzen. Nicht auszudenken, was passieren könnte, wenn Kompetenz, Loyalität und Motivation plötzlich wichtiger würden als Berührungsängste und Ausreden.

Foto von Ivan S auf pexels.com

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